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Die wichtigsten Parameter bei der Haltung unserer Schlammis sind:

- das Wasser

- das Substrat

( Meiner Meinung nach,  ist die Beschaffenheit des Substrates wichtiger, als das Simulieren von Ebbe und Flut. )

 

Das Wasser:

Das Wasser im Aquarium sollte auf jeden Fall salzig sein. Dabei ist es sogar wünschenswert, wenn der Salzgehalt deutlichen Schwankungen unterliegt. Dies wird schon durch das tägliche Verdunsten des Wassers ( besonders im Sommer ) und dem dadurch steigenden Salzgehalt erreicht. Nach einigen Tagen, kann man dann das verdunstete Wasser, natürlich nur mit Süßwasser, wieder nachfüllen, ( Salzgehalt sinkt )

Ob man Leitungswasser, oder vielleicht Wasser aus der Umkehr - Osmoseanlage nimmt, hängt von der Qualität des jeweiligen Leitungswassers ab.

Beim erstmaligen Anmischen, kommen auf 100l Wasser, 1.5 - 3kg Meersalz. Ich persönlich würde den höheren Salzgehalt wählen ( warum später ).

Verdustetes Wasser, wird ohne Salz, alle paar Tage nachgefüllt.

Würde trotzdem immer einen guten Wasseraufbereiter reinmischen ( wegen Chlor, Schwermetallen, Pestiziden, usw....)

Als Starter, für das erstmalige Befüllen unseres Aquariums, würde ich flüssige lebende Bakterien für Salzwasser beifügen.

Außerdem würde ich mir einige Wassertests für z.B. PH Werte, Härte, Nitrit und Nitratgehalte, besorgen. Auch ein Dichtemesser wäre von Vorteil.

Einige Parameter

Lufttemperatur :  bis 28C°

Wassertemperatur : ungefähr 26-28°  ( Heizstab im Vorratsbecken )

Dichte  sollte salzig sein . ( auf 100 l ca. 1.5 - 3 kg Meersalz  )

PH Wert : 8 - 8,5

Härte :  20° - kann gegebenenfalls durch Zusatz von Natriumbikarbonat ( Apotheke ) erreicht werden.

Nitritgehalt : unter 0.3 mg/l. ( Um dieses zu erreichen ist darauf zu achten, das man eine Einfahrungsfase, von mindestens 6-8 Wochen einhält . Durch Zusatz von lebenden Bakterienkulturen, ( für Salzwasser ) kann man zusätzlich die Einfahrungsfase beschleunigen.( Ich mische den Bodengrund mit live sand )

Nitratgehalt : bis 12.5 mg/l

 

 

Das Substrat:

Wahrscheinlich auch die schwierigste "Hürde" im Schlammibecken.

Ich denke man wird immer auf der Suche nach dem besten Substrat sei, ob man es findet,.. keine Ahnung.

Ich mische das Substrat aus verschiedenen Teilen:

Salzwasser, Silbersand, Lehmpulver ! ( die Bakterien aus dem normalen Lehm im Garten, würden bei Berührung mit Salzwasser sofort kippen und absterben ), feinen Korallenbruch und Live sand ! ( wegen den Bakterienkulturen, aber auch hier Vorsicht ! Ist der Salzgehalt im Wasser zu niedrig, kippen hier wiederum die Salzwasserbakterien im Live Sand. ) Schaut euch mal den Trailer über Schlammis in meinem Link unter " Lebensraum " an, und achtet auf den Bodengrund. Er besteht nämlich nicht nur aus feinem Schlamm, sondern aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Steinchen, Muschelstückchen, Kies und Geröll.

Den so gemischten Bodengrund ( die %uale Verteilung, des Gemisches, kann ich euch demnächst sagen, wenn ich mit meiner Mischung komplett zufrieden bin ), würde ich mit unterschiedlichen Höhen ins Aquarium einbringen, an manchen Stellen sogar ziemlich hoch ( 25-30cm hoch, oder höher, je nach eurer Höhe beim Aquarium )

Ab einer Höhe von 5- 10cm gelangt keine Luft mehr ins Substrat und es beginnt sich schwarz zu verfärben und zu faulen!

Keine Angst, das ist völlig normal, macht euch da keine Sorgen! Ist in der Natur auch so und schadet den Tieren nicht. ( fahrt mal z.B. an die Nordsee, bei Ebbe. 5cm unter dem Schlamm: Schwarzer, stinkender Modder    ).

Solange ihr den Bodengrund nicht dauernd umpflügt, wird`s in eurem Wohnzimmer auch nicht " müffeln ".

Damit der gesamte Bodengrund nicht bei Flut komplett Unterwasser steht und alles zusammenbricht, habe ich folgenden Trick: Ihr überlegt vorher wie hoch der Wasserstand bei Flut sein soll, danach schneidet ihr in der entsprechenden Dicke, verschieden große " Inseln " aus Syrophor aus. Die beschichtet ihr mit  E45 TM  und gemischtem Substrat. Dann trocknen lassen. Zuletzt ins Aquarium einkleben und Substrat oben drauf...fertig. ( müßt ihr natürlich immer feucht halten, da ja das Wasser nun nicht mehr bis oben hin kommt )

Licht und Lufttemperatur:

Hängt natürlich auch von euer Aquariumgröße ab. Aber bei einer Tiefe von 60cm, würde ich schon 3 T5 Röhren benutzen ( z.B. eine Mischung aus: Trocal Plant und Repti Glo, wegen UV Strahlung ) Wenn ihr Winkerkrabben dazu haltet, könnt ihr ruhig 5 oder 6 T5 Röhren drüber hauen, dann werdet ihr die Winker auch sehen, es sind wahre Sonnenanbeter. ( alle Röhren natürlich mit Reflektoren )

Möglich wären auch HQI Lampen, aber erst bei einer größeren Höhe ( 80cm ), sonst wird`s den Tieren zu heiß.

Bei einer Aquarienhöhe von 60 cm sollten die Röhren genug Energie freisetzen um die Aquarienluft auf 26-28 C° zu erwärmen.

Aquarium und Besatzdichte:

Ich hab ein Aquarium verwendet, was oben mit Scheiben teilweise abgedeckt wird ( wegen Luftfeuchte ) Jenachdem wie weit ihr das AQ abdeckt, je höher-, oder niedriger ist die Luftfeuchte. Vorsicht: bei P. novemradiatus muß das AQ ausbruchssicher sein! Am besten ein 10-15cm breiter umlaufender Rand.

Für 4 große Schlammis, würde ich 180cm AQlänge nicht unterschreiten, bei den kleinen Novemradiatus kann das AQ kleiner sein ( ich halte bei einer AQ länge von 160cm 10-15 Stück ).

Aber auch ein Terrarium, was wasserdicht verklebt ist kann verwendet werden. Der Zugang durch die verschiebbaren Vorderscheiben, erleichtert die Arbeiten im Becken. ( Vorsicht das die Schlammis nicht raushüpfen ! )

 

 

Dekoration:

Ich verwende nur verschieden große Mangrovenwurzeln und Lochgesten. Damit kann man gute Sichtbarrieren errichten und es sieht super und natürlich aus. ( kann sein das die Wurzeln in der ersten Zeit ein bisschen schimmeln,... etwas abputzen und warten,... verschwindet nach einiger Zeit von selbst, ähnlich wie bei den Dendrobatenterrarien der Xaxim )

 

 

Filterung:

Ich habe damals 2 Eheimfilter zur Filterung benutzt. Einer wird mit Tonröhrchen und Zeralit bestückt, der andere mit Aktivkohle, um die auftretende Gelbfärbung des Wassers zu eliminieren. Hat auch super geklappt. Wasser war sehr klar, die Fische gesund und absolut keine Algen!

Heute werde ich das ganze über einen Eheimfilter mit Tonröhrchen filtern ( für die Bakterienansiedlung ), zusätzlich werde ich ein Zusatzzylinder mit Aktivkohle und einen Zusatzzylinder mit Sili Zac und Phos Zak mitlaufen lassen ( habe damit gute Erfahrungen bei meinem Seewasseraquarium gemacht ). Da ich den Salzgehalt im Schlammibecken etwas erhöht halte, werde ich experimentell einen Abschäumer mitlaufen lassen, der die entstehende Verschmutzung schon vorher minimiert. ( Ergebnisse werde ich euch in naher Zeit mitteilen )

Das ist zu viel Aufwand, der spinnt denkt ihr jetzt,....aber bedenkt, das das Wasser im Hauptbecken nicht gefiltert wird !!! Die einzige Möglichkeit ( bei dem System wie ich es praktiziere ) ist, das Wasser während der 6 Stunden Ebbe ( im Vorratzbecken, das unter dem AQschrank steht ) zu filtern, zu säubern und aufzubereiten,.... und da verwende ich dann etwas mehr Technik.( Kann mir sogar vorstellen einen UV Wasserklärer zu verwenden )

 

 

 

Gezeitensimulation:

Es gibt 2 Möglichkeiten , die Gezeiten zu simulieren:

1. Vorratsbecken neben dem Hauptbecken ( wie bei Simone Fischer )

2. Vorratsbecken unter dem Hauptbecken

Ich habe beim alten - und neuen Becken, aus Platzgründen, die 2. Lösung gewählt.

Im Hauptbecken sind 2 Bohrungen in der Bodenplatte. Eine ist für den Ablauf. Das Wasser fließt durch ein Rohr. Ein Kugelhahn regelt die Abfließgeschwindigkeit und leitet das Wasser nach unten ins Vorratsbecken. Dort befinden sich natürlich alle Filter und die Heizung. Eine kleine Pumpe, ebenfalls im Vorratsbecken, pumpt das gereinigte Wasser, alle 6 Stunden wieder nach oben ins Hauptbecken. Dabei kann man wieder die Fließgeschwindigkeit über einen Kugelhahn regeln. Da der Abfluß im Hauptbecken permanent offen ist und das Wasser nach unten fließt, muß bei Flut die untere Pumpe mehr Wasser nach oben befördern, als abfließt ( Wasserspiegel steigt ). Nachdem sich dann die untere Pumpe abschaltet, erfolgt die Ebbe dann wieder automatisch ( muß man natürlich ein bisschen fummeln um die optimalen Fließgeschwindigkeiten einzustellen ) Geregelt wird das An und Aus natürlich über eine Zeitschaltuhr im 6 Stundentakt.

Das Verschmutzen und gelegentliche Verstopfen des ganzen Systems, kann man leider nicht verhindern, denn es wird immer gelöster Lehm und auch Sand, durch das Rohr, nach unten ins Vorratsbecken gelangen.

Da hilft nur gelegentliches Reinigen des gesamten Systems.

Außerdem ist eine tägliche Reinigung der Scheiben zwingend erforderlich......das gehört nun mal zum Pflegeaufwand, den man für Schlammis in Kauf nehmen muß.